Transport von Elektrobussen im Breakbulk: Schiffsauswahl, Verladung und Ladungssicherung

Transport von Elektrobussen im Breakbulk: Schiffsauswahl, Verladung und Ladungssicherung

Elektrobusse werden zunehmend als komplette Fahrzeuge und nicht in zerlegtem Zustand international verschifft. Ihre Abmessungen, ihr Gewicht, der hohe Schwerpunkt und die Lithium-Ionen-Batteriesysteme machen sie in vielen Fällen für den Standard-Containertransport ungeeignet.

Wenn reguläre RoRo-Dienste nicht verfügbar, kommerziell unattraktiv oder mit der geforderten Route nicht vereinbar sind, kann der Breakbulk-Transport eine praktikable Alternative bieten.

Der Erfolg einer solchen Verschiffung hängt insbesondere von drei technischen Faktoren ab: der Schiffsauswahl, dem Verladeverfahren und der Ladungssicherung.

Wann sich Breakbulk-Transport lohnt

Der Breakbulk-Transport bietet sich an, wenn Elektrobusse nicht wirtschaftlich über reguläre Liniendienste bewegt werden können oder wenn die Ladung Teil einer größeren Sendung mit weiteren Fahrzeugen, Maschinen oder Projektladung ist.

Gegenüber dem Standard-Linienverkehr kann Breakbulk eine größere Flexibilität bieten bei:

  • der Hafenauswahl;
  • dem Schiffstyp;
  • dem Fahrplan;
  • der Ladungskombination;
  • dem Verladeverfahren;
  • der Stauanordnung;
  • der Löschabwicklung.

Das ist besonders bei größeren Partien nützlich, die aus China oder anderen asiatischen Produktionszentren nach Europa, in den Mittelmeerraum, ins Schwarze Meer oder in andere regionale Märkte laufen. Routenspezifische Hinweise finden Sie unter Transport schwerer Maschinen von China nach Europa.

Schiffsauswahl für Elektrobusse

Die Wahl des richtigen Schiffes ist eine der wichtigsten Entscheidungen im gesamten Transportprozess.

Das Schiff muss nicht nur hinsichtlich Tragfähigkeit und verfügbarem Laderaum passen, sondern auch hinsichtlich seiner baulichen Konfiguration.

Wichtige Parameter sind unter anderem:

  • die Abmessungen der Ladeluke;
  • die Kranleistung;
  • die Deckfestigkeit;
  • die Höhe des Zwischendecks;
  • die freie Decksfläche;
  • der Zugang zu den Laderäumen;
  • der Auslegerradius;
  • die Laschpunkte;
  • die Verfügbarkeit von Wetterdecksfläche;
  • stabilitätsrelevante Aspekte.

Für manche Projekte reicht ein Stückgutschiff aus, andere erfordern ein Mehrzweck- oder Heavy-Lift-Schiff.

Die richtige Wahl hängt von der Anzahl der Busse, ihren Abmessungen und Gewichten sowie davon ab, ob die Einheiten unter Deck oder an Deck befördert werden.

Ladungsabmessungen und Stauplanung

Elektrobusse sind lang, verhältnismäßig hoch und im Vergleich zu Standardfahrzeugen häufig schwer.

Deshalb müssen die Ladungsabmessungen abgeglichen werden mit:

  • der Lukenöffnung;
  • den Laderaumabmessungen;
  • den lichten Höhen an Deck;
  • der Kranausladung;
  • der zulässigen Decksbelastung.

Selbst wenn das Schiff über ausreichende nominelle Ladekapazität verfügt, passen die Busse möglicherweise physisch nicht in die vorgesehene Stauposition.

Aus diesem Grund sollten die detaillierten Ladungsabmessungen geprüft werden, bevor ein Schiff festgemacht wird.

Ein Stauplan sollte außerdem den Zugang für Hieven, Laschen und Löschen berücksichtigen.

Verladeverfahren

Busse können im Breakbulk je nach Schiffsbauart und Hafeninfrastruktur auf mehrere Arten verladen werden.

Direktes Hieven

Der Bus kann unmittelbar mit Schiffs- oder Landkranen gehoben werden.

Dies erfordert ein geeignetes Hebegeschirr sowie die Bestätigung, dass die Fahrzeugstruktur das gewählte Hebeverfahren sicher aufnehmen kann.

Traversen, Schlingen und ausgewiesene Anschlagpunkte können erforderlich sein.

Verladung per Mafi-Trailer

Wo geeignete Rampen oder Umschlaggeräte vorhanden sind, können Busse auf Mafi-Trailern oder anderen Transportplattformen abgestellt werden.

Das reduziert direkte Hebevorgänge, erfordert jedoch zusätzliche Decksfläche und angepasste Sicherungskonzepte.

Verladung mit Landkran

In Häfen, in denen Schiffskrane nicht vorhanden oder nicht ausreichend sind, können Landkrane eingesetzt werden.

Die Hebekapazität ist nicht nur gegen das Bruttogewicht des Busses zu prüfen, sondern auch gegen den beim Umschlag erforderlichen Arbeitsradius.

Kranleistung allein genügt nicht

Ein häufiger Fehler besteht darin, ausschließlich die nominelle Kranleistung zu betrachten.

So erreicht ein Schiffskran mit einer bestimmten Maximaltragkraft diese Leistung oft nur bei begrenzter Ausladung.

Mit zunehmendem Radius kann die zulässige Tragfähigkeit (SWL) erheblich sinken.

Die Eignung des Schiffes ist daher zu prüfen anhand:

  • des tatsächlichen Ladungsgewichts;
  • des Hebe- bzw. Auslegerradius;
  • der Krankonfiguration;
  • etwaiger Anforderungen an einen Tandemhub;
  • des verfügbaren Ladegeschirrs.

Diese Bewertung sollte vor Abschluss der Charter abgeschlossen sein. Ausführlich behandelt wird das Thema unter Heavy-Lift-Ladung: Kranleistung und Hebeanforderungen.

Deckfestigkeit und Lastverteilung

Elektrobusse können über ihre Räder oder Auflagepunkte erhebliche Punktlasten in das Deck einleiten.

Die Deckfestigkeit muss deshalb sorgfältig überprüft werden.

Bei Bedarf lässt sich die Lastverteilung verbessern durch:

  • Holzunterlagen (Dunnage);
  • Stahlplatten;
  • Grillage;
  • zusätzliche Auflager.

Ziel ist es, das Gewicht auf eine größere Decksfläche zu verteilen und übermäßige lokale Belastungen zu vermeiden.

Der Umfang richtet sich nach den zugelassenen Decksbelastungsgrenzen des Schiffes und den tatsächlichen Radlasten des Fahrzeugs.

Ladungssicherung

Eine fachgerechte Sicherung ist während des Seetransports unverzichtbar.

Ein Bus, der im Hafen stabil wirkt, kann auf See erheblichen Längs-, Quer- und Vertikalkräften ausgesetzt sein.

Mögliche Sicherungsmittel sind:

  • Radkeile;
  • Ketten;
  • Drahtseillaschings;
  • Gurtlaschings;
  • Holzabstützungen;
  • angeschweißte Laschpunkte;
  • Stahlstopper;
  • zusätzliche Stützkonstruktionen.

Die endgültige Anordnung muss das Bewegungsverhalten des Schiffes, das Ladungsgewicht, den Schwerpunkt und die vorgesehene Stauposition berücksichtigen. Die allgemeine Sicherungspraxis wird unter Laschen und Sichern von Breakbulk-Ladung dargestellt.

Hoher Schwerpunkt

Elektrobusse weisen häufig einen verhältnismäßig hohen Schwerpunkt auf.

Dadurch gewinnt die Quersicherung bei Rollbewegungen zusätzlich an Bedeutung.

Die Sicherungsauslegung sollte daher nicht nur das Gesamtgewicht des Fahrzeugs, sondern auch die vertikale Lage seines Schwerpunkts berücksichtigen.

Dies kann die rechnerischen Laschkräfte deutlich beeinflussen.

Wetterdeck oder unter Deck?

Je nach Schiff sind beide Varianten möglich.

Stauung unter Deck

Zu den Vorteilen zählen:

  • Schutz vor Seewasser und Witterung;
  • geringere Belastung durch Salzgischt;
  • besserer Schutz auf langen Reisen.

Allerdings können Lukenabmessungen und lichte Innenmaße den Zugang einschränken.

Stauung an Deck

Die Beförderung an Deck kann bei übergroßen Einheiten mehr Flexibilität bieten.

Sie erhöht jedoch die Exposition gegenüber:

  • Seewasser;
  • Regen;
  • Salzgischt;
  • Temperaturschwankungen;
  • direkter Witterung.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen können daher erforderlich sein.

Die Entscheidung sollte sich an der technischen Machbarkeit und den vereinbarten Transportbedingungen orientieren.

Anforderungen an Lithium-Ionen-Batterien

Elektrobusse erfordern wegen ihrer Batteriesysteme zusätzliche Dokumentation.

Verfrachter verlangen häufig Angaben wie:

  • Batterietyp;
  • Batteriekapazität;
  • Ladezustand;
  • Fahrzeugzustand;
  • Sicherheitsdokumentation;
  • technische Herstellerunterlagen.

Die Anforderungen können sich je nach Reeder, Operator, Hafen und Rechtsordnung unterscheiden.

Die Annahmekriterien sollten daher vor der Schiffsnominierung geklärt werden.

Busse mit anderer Projektladung kombinieren

Der Breakbulk-Transport erlaubt es, Elektrobusse mit weiteren Ladungen zu kombinieren.

Typische Kombinationen sind:

  • Lkw;
  • Trailer;
  • Baumaschinen;
  • Landmaschinen;
  • Transformatoren;
  • Stahlkonstruktionen;
  • Industrieanlagen;
  • weitere übergroße Einheiten.

Die Kombination verträglicher Ladungen verbessert die Schiffsauslastung und senkt den auf die einzelne Einheit entfallenden Frachtanteil.

Bei der Reiseplanung sind jedoch Ladungsverträglichkeit, Staureihenfolge und Löschfolge zu berücksichtigen.

Hafenauswahl

Der nächstgelegene Hafen ist nicht immer der beste Hafen.

Ein geeignetes Breakbulk-Terminal sollte bieten:

  • ausreichende Kranleistung;
  • genügend Lagerfläche;
  • erfahrene Stauer;
  • geeignete Zufahrt für Busse;
  • vertretbare Hafenkosten;
  • akzeptablen Tiefgang und tragbare Schiffsbeschränkungen.

Dasselbe gilt für den Löschhafen.

Die Hafenauswahl sollte daher gemeinsam mit der Schiffsverfügbarkeit und nicht als getrennte Entscheidung betrachtet werden.

Überlegungen zu den Frachtkosten

Die Gesamtkosten eines Breakbulk-Transports umfassen mehr als die reine Seefracht.

Ein sauberer Vergleich sollte berücksichtigen:

  • die Schiffsfracht;
  • die Hafengebühren;
  • den Umschlag durch Stauereibetriebe;
  • die Krankosten;
  • das Ladegeschirr;
  • Laschung und Sicherung;
  • den Vor- und Nachlauf an Land;
  • die Lagerung;
  • die Kosten für Besichtigungen;
  • zusätzliche Handlingsanforderungen.

Eine niedrigere Frachtrate bedeutet nicht automatisch niedrigere Gesamtlogistikkosten.

Fazit

Breakbulk kann eine wirksame Lösung für den Transport von Elektrobussen sein, wenn Standard-Container- oder RoRo-Dienste nicht in Frage kommen.

Die wesentlichen technischen Entscheidungen sollten vor dem Festmachen des Schiffes getroffen werden.

Die wichtigsten Faktoren sind:

  • die Schiffskonfiguration;
  • die Kranleistung beim erforderlichen Radius;
  • die Luken- und Decksabmessungen;
  • die Deckfestigkeit;
  • der Schwerpunkt der Ladung;
  • das Hebegeschirr;
  • das Sicherungsverfahren;
  • die Batteriedokumentation;
  • die Leistungsfähigkeit der Häfen.

Ein technisch ungeeignetes Schiff kann Verzögerungen und zusätzliche Umschlagkosten verursachen oder die Verladung sogar unmöglich machen.

Aus diesem Grund sollten Schiffsauswahl, Verladung und Ladungssicherung als ein integriertes Transportkonzept und nicht als getrennte Einzelschritte bewertet werden.

Passende kommerzielle Charterlösungen finden Sie unter Chartering-Services für Projektladung.

Mehr zu Projekt- und Schwergutladung

Weitere Beiträge finden Sie im Bereich Projekt- und Schwergutladung, die Leistungsübersicht auf der Seite Breakbulk-Ladung.

Schiffsbefrachtung · Schiffsmaklerei · Kommerzielles Schiffsmanagement

Send cargo details for a freight indication.